Ein Arbeitsvertrag legt die wesentlichen Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis fest. Diese Seite richtet sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einen Vertrag prüfen, eine Befristung einordnen oder Fragen zu Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub klären möchten.
Zusatzvereinbarungen und Verweise auf Tarifverträge können wichtig sein.
Unklare Klauseln sollten vor der Unterschrift oder zeitnah nach Vertragsschluss geprüft werden.
Arbeitsvertrag und Befristung
Was sollte ich vor der Unterschrift prüfen?
Ein Arbeitsvertrag sollte nicht nur auf das Gehalt reduziert werden.
Wichtig sind insbesondere Tätigkeit, Arbeitsort, Arbeitszeit, Vergütung, Urlaub, Probezeit, Kündigungsfristen, Ausschlussfristen und Regelungen zu Überstunden. Auch Anlagen und in Bezug genommene Richtlinien sollten einbezogen werden.
Welche Angaben gehören in den Arbeitsvertrag?
Das Nachweisgesetz verlangt Angaben zu den wesentlichen Arbeitsbedingungen. Dazu gehören unter anderem Beginn, Tätigkeit, Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub und das Verfahren bei einer Kündigung. Primärquelle: § 2 NachwG
Befristete Arbeitsverträge
Wann ist eine Befristung wirksam?
Die Wirksamkeit einer Befristung hängt unter anderem davon ab, ob ein Sachgrund vorliegt oder die Voraussetzungen einer sachgrundlosen Befristung erfüllt sind. Primärquelle: § 14 TzBfG
Ende der Befristung
Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder bei Erreichen des vereinbarten Zwecks. Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn sie vereinbart oder gesetzlich vorgesehen ist.
Entfristung und Klagefrist
Wer die Unwirksamkeit einer Befristung geltend machen möchte, muss regelmäßig innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Arbeitsverhältnisses Entfristungsklage erheben. Primärquelle: § 17 TzBfG
Welche Klauseln verdienen besondere Aufmerksamkeit?
Besonders wichtig können Ausschlussfristen, Vertragsstrafen, Überstundenregelungen, Versetzungsklauseln, Wettbewerbsabreden und Regelungen zu variabler Vergütung sein. Ihre Wirksamkeit hängt vom genauen Wortlaut und vom Einzelfall ab.
Welche Unterlagen sind hilfreich?
Hilfreich sind der vollständige Arbeitsvertrag, Anlagen, Nachträge, Tarif- oder Betriebsvereinbarungen, Stellenanzeige und relevante E-Mails. Bei einer Befristung sollte auch das genaue Vertragsende festgehalten werden.
Wichtig
Eine Befristung sollte vor dem Ende des Vertrags geprüft werden. Nachträgliche Änderungen oder eine Weiterarbeit nach dem Befristungsende können rechtlich relevant sein.
Hinweis
Ob eine Vertragsklausel wirksam ist, lässt sich oft erst anhand des vollständigen Vertrags und der tatsächlichen Durchführung beurteilen.
Checkliste: Diese Unterlagen helfen bei der Prüfung
Vollständiger Arbeitsvertrag
Anlagen und Nachträge
Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarungen
Stellenanzeige und Aufgabenbeschreibung
Schreiben zur Befristung oder Vertragsverlängerung
Relevante E-Mails und Gesprächsnotizen
Häufige Fragen zum Arbeitsvertrag
Kann ich einen Arbeitsvertrag nachträglich ändern?
Änderungen sind grundsätzlich möglich, benötigen aber eine Vereinbarung und sollten klar dokumentiert werden.
Wie lange darf ein Vertrag befristet werden?
Das hängt davon ab, ob die Befristung mit Sachgrund oder sachgrundlos erfolgt und welche gesetzlichen Voraussetzungen gelten.
Was passiert, wenn ich nach Vertragsende weiterarbeite?
Eine Weiterarbeit kann rechtlich relevant sein. Die konkreten Umstände und Erklärungen sollten geprüft werden.
Was sind Ausschlussfristen?
Sie können vorsehen, dass Ansprüche innerhalb einer bestimmten Frist geltend gemacht werden müssen. Der genaue Vertragstext ist entscheidend.
Quellen und Prüfhinweis
Verfasst und zuletzt rechtlich geprüft von Dr. Nicole Höttges, Rechtsanwältin – Stand: 07.09.2026. Der Inhalt dient bis zur Freigabe ausschließlich der internen Abstimmung.